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18.01.2010
Eissegelzeit (mb) Wenn eine Eisdecke von 15cm und frostige Temperaturen den gemeinen Segler auf das Sofa verbannen und ihm Nichts anderes übrig bleibt, als die vergangene Saison Revue passieren zu lassen, ist es soweit. Am letzten Freitag konnten wir (Christian, Matthias und Martin von der speedsailing Crew) mit unseren DN Schlitten die Ersten Probe- und Trimmschläge auf dem Saaler Bodden vor Wustrow segeln. Die Eisbedingungen waren eher schlecht, mit verfrorenen Schneewehen und rauhem Eis auf einer relativ kleinen Fläche zu segeln macht den Ersten Segeltag nicht einfacher. Zum Vergleich stelle man sich vor mit einem ungefederten Auto mit 200km/h über eine zwei Meter breite Kopfsteinpflasterstraße zu fahren. Aber verlernen tut man soetwas ja auch nicht und schnell zeigte sich ob die im Sommer vorgenommenen Optimierungen das erhoffte Quäntchen mehr an Speed rausholten. Wenn es weiter so kalt bleibt können wir noch lange segeln und vielleicht wird die diesjährige WM (diese findet immer abwechselnd in Europa und im Folgejahr dann in Nordamerika statt) auf heimischen Gewässern ausgesegelt. Etwas gewöhnungsbedürftig sind die vom Flüssigwassersegeln abweichenden Wegerechtsregeln beim Eissegeln, nachzulesen auf der Homepage der deutschen Klassenvereinigung Eissegeln.
In den 1930er Jahren kam das Bedürfnis nach einer kleinen Eisyacht für jedermann auf, die man leicht transportieren und vor allem selbst bauen konnte. Auf Anregung durch einen Konstruktionswettbewerb der Detroit News wurde der gleichnamige DN-Schlitten entworfen, der sich seither weltweit verbreitet hat und mit über 2000 Klassenmitgliedern die beliebteste Eisyacht überhaupt ist. Die Beschleunigung und Geschwindigkeit, mit dem DN circa 100 km/h, sind in keiner anderen Windsportart am Boden erreichbar. Auch die erforderlichen Manöver unterscheiden sich radikal von allem, was beim Wassersegeln gilt. So werden zum Beispiel fast nur Halsen mit dichtgeholtem Großbaum gefahren, der Wind kommt ja praktisch immer von vorne. (fotos Martin Buck)
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