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10.03.2010
Kein Eis heute - es darf gesegelt werden Nein nein, die großen Pferdchen stehen noch im Stall (Krantermin ist erst in drei Wochen). Jedoch haben wir innerhalb der Crew-Gemeinschaft die verschiedensten Segelkisten und Wassergefährte am Start. Vorgestellt hatten wir hier u.a. schon 6mR-Yachten, Optis oder DN-Schlitten. Diesmal ging's um den "Ansegel-Sieg" und als Mittel zum Zweck diente eine Ixylon-Jolle, Baujahr 1984. Das entscheidende Kriterium nach dem langen Winter mit geschlossener Eis/Schneedecke auf der Warnow war dabei, überhaupt ein Boot ins Wasser zu bekommen. Die meisten Schiffe stehen noch winterfest verpackt in irgendwelchen Hallen oder Freilagern herum und benötigen ein gewisses Maß an Aufwand sie erstmal segelklar zu machen. Zum zweiten bedarf es einer eisfreien Zugangsmöglichkeit zum Gewässer. Selbst wenn die Fahrrinne schon wieder frei ist, bleiben vereiste Hafen- und Slipanlagen ein fast unüberwindbares Hindernis. Seit Montag konnten derlei Ausreden nicht mehr herhalten. Der Weg ins Wasser zeigte sich weitgehend frei, von ein paar herumwabernden Eischollen mal abgesehen. Und wie schon unsere Trainer vor 30 Jahren meinten: "Kein Eis heute - es darf gesegelt werden!". Also ab auf's Wasser, der frühe Vogel fängt den Wurm. Wer das Ansegeln gewinnen will, darf jetzt also keine Zeit mehr vertrödeln. Gegen die Kälte (Luft / Wasser -2°C / +2°C) helfen die original Southern-Ocean-Überlebensanzüge von der ILLBRUCK. Schwache umlaufende Winde am Mittwoch halten sicher die Segel-Action in Grenzen, haben jedoch den wunderbaren Vorteil, dass wir uns mal direkt durch die Eisfelder stochern können, ohne dabei das Boot, die Kamera oder geschweige denn uns selbst zu gefährden. (Ob nun Titanic oder Plaste-Jolle - schwimmende Eisblöcke verfügen durchaus über ein gewisses Trägheitsmoment und schwimmen nicht gerade aktiv zur Seite, sobald irgendein ein Bootfahrer da durch will...). Teilweise hat's ganz schön geknirscht an Rumpf und Schwertern. Wer bei den nachfolgenden Filmchen seinen Sound bisschen aufdreht, kann es ab und zu hören. Am Ende lief alles bestens, nichtzuletzt auch deshalb, weil die Ixylon-Konstrukteure der Yachtwerft Berlin zu tiefsten DDR-Zeiten offensichtlich Boote für die Ewigkeit geschaffen haben (muss ja auch mal gesagt werden). Wem das Ganze zum Selbermachen noch zu kalt ist, der kann aus seinem warmen Sessel hier die Ergebnisse unserer kleinen "Segelmeditation on the rocks" genießen:
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